Web 2.0

Na gut… gestern habe ich einen alten Beitrag über das Web im PM (Ausgabe: 2/07) gelesen und langsam komme ich nicht mehr darum herum, zu erklären, was (für mich oder wie ich es verstehe) das Web 2.0 ist. Manche behaupten, das Web 2.0 wird erst kommen, es noch nicht vorhanden, andere behaupten das Web 3.0 entwickelt sich schon. Für mich startet eine Version bereits bei der Entwicklung. Und da ich mich der Meinung anschließe, dass sich das Web 2.0 gerade entwickelt, sage ich: “wir sind mitten im Web 2.0 drinnen”.

  • Web 1.0

Mit der Zahl meint man die Version des WWW. Darum ist Web 1.0 das “alte” Web, wie man es von den Anfängen des Hypertexts kennt. Tim Berners-Lee hat den Grundstein gelegt und jeder war stolz seine eigene HTML-Homepage zu haben. So etwas wie vorgefertigte Software (wie zb bei einem CMS wie Joomla), gab es nicht. Die Wende brachten die ersten Firmen, die ihre Dienste im Web zur Verfügung stellten.

  • das “soziale” Web 2.0

Wenn man vom Web 2.0 redet, sprechen die meisten vom “sozialen” Netz. So kommen wir zum wichtigsten Merkmal des “aktuellen” Webs: soziales Denken.
Die Clients stellen dem Webmaster immer mehr Technologien zur Verfügung, Immer größere Datenmengen können gespeichert werden, Datenmengen können analysiert und mathematisch berechnet werden und die Inhalte dynamisch an die Wünsche des Besuchers angepasst werden. Problemlos kann man feststellen, ob der User JS, DOM und Cookies unterstützt. Mit diesen Informationen passt der Webmaster seine Webseite ideal an die Möglichkeiten für den User an und sendet die angepasste Homepage zum Client.
Diese Idee wurde weitergeführt und heute weiß last.fm – auch wenn sie die Seite nur besuchen, welche Musik ihnen gefällt (man merke sich den “Diesen Titel nie wieder spielen”-Button). Google merkt sich den von ihnen eingetippten Suchbegriff und passt die Werbung auf der Seite – die sie in Kürze besuchen – an. Amazon speichert genauso in Cookies, welche Artikel sie zu kaufen überlegten und präsentiert sie gleich beim nächsten Mal auf der Startseite.
Also könnte man diese Seiten als “vorausdenkend” bezichnen, aber was hat das mit “sozial” zu tun?

  • Alle statt Jeder

Flickr, Amazon, Yahoo, youtube. Hier treffen sich die User. Egal, wie alt, egal wie jung. Jeder macht mit und hilft die Webseiten mit Inhalt zu füllen. Durchschnittlich werden pro Tag etwa 65 000 Videos hochgeladen. Youtube hat gerade einmal 30 Mitarbeiter. Mehr braucht es nicht. Es hat die User.
Die Devise ist Miteinander. Video-responses, Comments und Ratings sind typische Bespiele, dass User miteinander kommunizieren.
Noch deutlicher wir es bei Wikipedia. Die Entwickler haben – bis auf ein paar Ausnahmen – nur die Spezialartikel geschrieben. Heute umfasst die englische Wikipedia knappe 2 Millionen Artikel über die versch. Naturwissenschaften, Religionen und Sprachen. Den Usern sei dank, die zusammengearbeitet haben und diesen Dienst ermöglicht haben.

  • Dynamik & AJAX

Man schaut ein Youtube-Video an und zugleich kann man ein Rating abgeben, wobei das Video nicht unterbrochen wird. Genauso ist es mit der Funktion (more) – (less). Man könnte denken es wird einfach ein Frame sein, das neu geladen wird. Falsch… erst wenn man Javascript deaktiviert, versagt diese Technik. Das Stichwort lautet AJAX. Mit ihr können Daten vom oder an den Server gesendet werden ohne das die Seite neu geladen werden muss. Der Trick ist die asynchrone Datenübertragung, die beim Zusammenspiel von einer serverseitigen Sprache und JS stattfindet. Während der User die Webseite anschaut, berechnet JS selbst im Hintergrund die Daten. Ohne das der User eingreift, werden diese Daten an den Server gesendet. Diese Technik vermeidet einerseits die weiße Seite, die angezeigt wird, wenn der Browser lädt, andrerseite erhöht es den Komfort. AJAX ist am Anfang einer großen Entwicklung und wird sicher bald Einzug in eine große Breite von Homepages erhalten.

  • Analyse

Spam-Filter machen es vor: Immer intelligenter werden sie und erkennen den Unterschied zwischen “guten” E-mails und Spam. Egal, ob der Markow-Filter oder Bayes-Filter angewandt wird. Am Anfang kann der Filter mehr oder weniger überhaupt nicht entscheiden, ob er eine E-mail in den Spam-Ordner verschieben soll. Er muss trainiert werden, um die Wünsche des Users zu verstehen. Dieses Prinzip soll auch in Zukunft auf andere Bereich angewandt werden. Lernen durch Training. Eine der ersten “höheren” Intelligenzen.

  • Die Webseite kommt zu dir

Nicht sehr ausgereift, aber der erste Schritt ist getan. RSS-Reader bauen eines kurzfristige Verbindung mit dem Server auf und überprüft, ob neue Einträge vorhanden sind. Werden welche gefunden, werden sie an den Client übertragen und im RSS-Reader angezeigt. Sozusagen kommt “der Inhalt zu dir”. Dieses Prinzip erhofft man sich auch für weitere Services. Meldungen sollen schnell und kostenlos um die ganze Welt kommen können. Diese Technik ist aber wie besagt noch nicht ausgereift, weil dahinter ein großes Sicherheitskonzept stecken muss.

  • Das “hyperintelligente” Web 3.0

“Welche Farbe hat mein Auto?” fragte Nicolai Schirawski die Suchmaschine Google, bekam aber keine sinnvolle Antwort. Stattdessen eine Liste mit Webseiten mit den Stichworten “Welche” “Farbe” und “Auto”. Hingegen kann man selbst probieren: “1+1″. Hier weiß Google die richtige Antwort: 2. Man merkt also, dass die Suchmaschine gelernt hat zwischen Additionen und Stichworten zu unterscheiden. Dies soll weiterentwickelt werden und das beste Beispiel sollen Roboter sein:
Einem Roboter wurde schon beigebracht, dass alle Lebewesen einmal sterben. Und Menschen sind Lebewesen. Wenn man ihm noch sagt, dass Jimi Hendrix ein Mensch ist, kombiniert der Roboter: “Jimi Hendrix wird sterben”. Wenn man ihm noch die Bedeutung von Geburtstagen erklärt, wird er bemerken, dass Hendrix nicht mehr lebt.
Diese für uns schier einfache “Intelligenz” erfordert für die Computer unserer Zeit eine hohe Logik und gute Kombinationsgabe. In diesem Bereich wird sich sicher noch viel bewegen, weil es eine wichtige Funktion für den sozialen Umgang miteinander ist.
Tim Berners-Lee hat auch eine Idee parat, um diese Technik durchzusetzen: Tags oder Bedeutungsmarken, wie wir sie von HTML kennen. So ist zählt ein Auto als <Karftfahrzeug> und auch als <Fortbewegungsmittel>. So kann ein Interpreter erkennen, dass er Auto sowohl bei “KFZ” als auch bei “Fortbewegungsmittel” angezeigt werden soll. Dies erfordert aber ein komplexes, vernetztes System.

Ich stelle das jetzt Web 2.0 ein bisschen als Übergang zum Web 3.0 dar. Tatsächlich könnte man es als Entwicklung beschreiben, trotzdem ist das Web 2.0 ein eigenständiges “System” und weißt andere Merkmale als Web 3.0 auf. Deshalb ist es davon zu differenzieren.

Welche Seite Web-2.0-konform ist schwer zu entschieden. Diese Zusammenfassugn nennt zwar ein paar Kritierien, aber jede Seite kann Web 2.0-Elemente enthalten. Viele Webdesigner behaupten auch, dass Web 2.0 typische Graphiken und Elemente in einer Webseite eingebaut haben. Von Transparenz – wie der microsoft’sche Aero-Look – ist die Rede. Ich kann das nicht bestätigen. Natürlich ist man gewisse Designs gewöhnt, wie das klassische WordPress-Theme und man wird es oft antreffen. Trotzdem halte ich es nicht für ein typisches Merkmal von Web 2.0 und deshalb habe ich diesen Punkt nicht erwähnt.

:wurg: Der Artikel hat mich immerhin 3 Stunden gekostet und ist noch immer nicht ausgereift. Eine verbesserte Version wird dann auf MyHP verfügbar sein.

Bill Gates
“Das Internet ist wie eine Welle: Entweder man lernt, darin zu schwimmen, oder man geht unter.”

Quellen: Youtube-Zahlen, Wikipedia-Zahlen

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