Die SPÖ macht mit der Krone die ÖVP fertig. Klagenfurt ist von Plakaten übersät. Damit die Grünen mehr Stimmen als die FPÖ bekommen, wurde das Wahlalter auf 16 herabgesetzt. In den Diskussionen geht es um Studiengebühren, eine dreizehnte Familienbeihilfe, Gesamtschulen und Integration. Irgendwo ist unser österreichisch-demokratisches System zweifelsohne zu kritisieren. Trotzdem halte ich das demokratische Konzept für das beste unserer Zeit. Deshalb war ich heute zum ersten Mal in meinem Leben wählen.
Die Homepages der einzelnen Parteien sind meines Erachtens nach ziemlich katastrophal. Wahlprogramme und nähere Informationen sind verteilt und schlecht strukturiert zu finden. Natürlich trage ich bestimmte Erwartungen mit mir; auf jeden Fall werden meine nicht erfüllt. Interessanter finde ich da schon die Blogkultur. Im politischen Bereich setzt sich das Bloggen regelrecht durch. Die verschiedensten RSS-Feeds werden auf den jeweiligen Seiten angeboten. Ein Statement von Julian Schmid in BRG3:
Ich bin auch ein Fan von der neuen Blogkultur. Das eröffnet so viele Möglichkeiten der informellen Kommunikation, wo auch jeder alles kommentieren kann usw. es ist die Möglichkeit der Diskussion da. UND: Man kann endlich die – sorry – beschissenen großen Medien teilweise hinter sich lassen. Weil die senden/schreiben nur, was sie wollen. Und meistens: Wenn du nichts zahlst und keine Inserate schaltest, gibt es auch keine Artikel. Deshalb sind Blogs super
Themawechsel… Chaosradio #117 spricht das Thema Wahlcomputer an. Wahlcomputer sind eine schreckliche Erfindung des 21. Jahrhundert den Wahlprozess zu verdigitalisieren. Aber ich möchte vorerst objektiv bleiben:
Pro Wahlcomputer
- schnellere Datenverarbeitung dank elektron. Unterstützung (laut Chaosradio 2 Stunden schneller)
- Benutzerfreundlichkeit höher (auch für behinderte Personen zugänglicher)
- Personaleinsparungen
Contra Wahlcomputer
- Manipulation leichter (Computer sind universell programmierbar; auch wenn Nedap-Geräte sehr eigenständig arbeiten)
- niedrige Transparenz (Öffentlichkeitsprinzip; jeder kann bei Auszählung zuschauen; dem Weg von Elektronen kann niemand folgen)
Wer sich einen Wahlprozess live anschauen möchte, kann sich freiwillig als Wahlhelfer bewerben. Genauso kann man bei der Auszählung hinterher dabei sein. Bei jeder Wahl sind auch Parteivertreter dabei, die den demokratischen Wahlablauf prüfen. So sagt es zumindest das Chaosradio und deine Gemeinde wird dir sicher nähere Infos geben.
Wie lange man braucht um ein Nedap-Gerät zu manipulieren, zeigt dieses Video. Auch OpenSource würde nicht helfen, weil die Transparenz nur für ein paar Freaks gegeben ist und niemand versichert, dass das Gerät auch genau diesen Quelltext enthält. Nedap versichert von der Firma aus (ein Mustergerät wird geprüft und alle anderen sind baugleich). Wahlcomputer haben genau das Problem, dass der Weg von Elektronen nicht genau nachvollziehbar ist. Die technischen Bedenken bezüglich Datenverlust konnten durch zurückgewiesen werden, weil die Absicherungen gegen Störungen (zB Stromausfall) sehr ausgereift sind. Naja, danke dass es Wahlcomputer nicht in Österreich gibt!
Die Ergebnisse ersten Hochrechnungen sind ab 17 Uhr auf wahl08.bmi.gv.at einsehbar. Danke Peter für den Link
Recent Comments