Auch in der Webentwicklung muss man sich fragen: Ist es wirtschaftlich genug auf Ideologien wie die Webstandards zu vertrauen, wobei man dadurch wesentlich mehr Aufwand betreiben muss? Zahlt es sich überhaupt Tage in die W3C-Standards zu stecken, um sie kennen zu lernen, um hinterher eine Webseite entwickeln zu können, die einen Bruchteil der Zeit zum Entwickeln braucht?

Wirtschaftlichkeit bedeutet für mich im Computerbereich: “Hauptsache, es funktioniert”.
Ideologie bedeutet für mich im Computerbereich: “Ich mache es in einem Weg, den ich selbst als zukunftsträchtig, kompatibel, effizient und zweckfokusiert erachte”. Da Ideologie das Wort “zweckorientiert” enthält, schließt es sich mit Wirtschaftlichkeit nicht aus. Ideologie > Wirtschaftlichkeit. Wirtschaftlichkeit < Ideologie.

Für mich ist im Computerbereich die Wirtschaftlichkeit das wichtigste. Ich stimme der Meinung “Never change a running system” total zu. Aber dennoch sollte man immer versuchen Platz für Ideologie übrig zu lassen, damit man auch die Zukunftsträchtigkeit, die Kompatibilität, die Effizienz und der Zweckfokus erhöhen kann. Leider kommt manchmal die Ideologie zu kurz :-/

Praxisbeispiel: Meine Algorithmen für Project Euler funktionieren alle wirtschaftlich, aber ich investiere noch Zeit für die Ideologie, damit ich sie optimieren kann und erst dann veröffentliche.

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