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Aus dem Leben eines Rettungssanis – Teil I

Heute war mein erster RTW-Tag zu zweit.

Ein Mann, der sich mit Medikamenten und Alkohol zudröhnt. Der einzige Angehörige ist sein Sohn. Mitsamt seiner Frau wohnt er in einer kleinen Wohnung. Die Frau ist schwanger und leidet an einer Lungenentzündung. Die Wohnung steht bis zur Decke voll mit Rauch. Weil sich der Patient vorerst weigert mitzufahren, weil er angeblich “aufstehen” kann und keine Hilfe benötigt, wird die Exekutive gerufen. Ist sie da, verweigert er die Mitfahrt nicht mehr.

Eine Frau bekommt die Wehen. Sie ist jedoch arbeitslos und hat bereits 4-5 Kinder.

Ein Kind ist beim Radfahren gestürzt. Wegen der Schmerzen spritzt der NEF ein Schmerzmittel. Zur Versorgung / Transport verwenden wir das ganze (knochenschonende) Programm. Hinterher erfahren wir, dass es glücklicherweise kein Bruch ist.

Direkt vor der Tür taucht eine Frau, dessen Mutter Symptome eines Schlaganfalls aufweisen. Die 500m ins Krankenhaus möchte sie aber mit der Rettung zurücklegen.

Eine Frau leidet an einer respiratorischen Insuffizienz und bekommt jetzt plötzlich noch zusätzlich schlecht Luft, aber ihr Mann (angeblich ein Arzt) schickt sie trotzdem erst nach 1 Woche (lt. Mann: 2-3 Tage) in Krankenhaus.

Der nächste Patient ist ein Mann mit Bandscheibenvorfall. Vor Ort geht es ihm halbwegs gut. Er geht mit Unterstützung in den Krankenwagen. Kaum legt er sich hin, bekommt er solche Schmerzen, dass seine Atmung zu einer Pressatmung wird und er sich vor Schmerzen nicht mehr bewegen kann. Er beginnt zu schreien und in den Augen seiner Frau kullern bereits die Tränen. Um ihn transportfähig zu machen, benötigen wir auf jeden Fall eine Schmerztherapie. Der NEF ist andersorts unterwegs, also warten wir auf den praktischen Arzt. Die Schmerzen nehmen zu und werden nahezu unausstehlich. Trotz der Pressatmung und der Schmerzen musst du ihn nach den Daten fragen. Zwischen jedem Atemzug bringt er ein Wort heraus. Aber Vorschrift ist Vorschrift. Nachdem sich der Arzt einmal verfahren hat, taucht er doch auf. Kaum gibt er das Schmerzmittel, lassen die Schmerzen nach und der Patient beruhigt sich. Der Patient ist super-nett und unterhält sich sofort leidenschaftlich mit dir als die Schmerzen nachlassen.

Fortsetzung folgt.

arte “Wir werden alle überwacht”

Titel: “Wir werden alle überwacht”
Sender: arte
Teile: 1 2 3
Kommentar: nice… besonders der 3. Teil “Big Brother City”. Aber schon recht alt.