- Du musst Skripten kaufen. Du limitierst damit die Anzahl der Lehrveranstaltungen, die ein (finanziell beschränkter) Student besuchen kann. Zweitens bekommst du keine digitale Version, um das Skript durchsuchen zu können. Drittens; obwohl du dafür zahlen musst, bekommst du nur ein Exemplar in lokaler Sprache und meist enthält es inhaltliche wie auch Rechtschreibfehler.
- Skripten sind nicht öffentlich und frei zugänglich. Scheint als hätte die Professoren die Informationsrevolution verpasst. Zumindest zeigen sie damit symbolisch, dass die Qualität der Skripten ungenügend für eine Veröffentlichung ist. Und die Menge an Dokumenten, Skripten und Lernmaterialien ist geringer als erwartet (vermutlich werden sie nur nicht verteilt).
- Um möglichst viel Freiheit zu erlangen, sind Prüfungstermine frei wählbar. Nur wird diese Freiheit dadurch zerstört, dass man bei Hausübungen an genaue Zeitspannen gebunden ist. Der Kritikpunkt: Hausübungen sollten alle am Anfang des Semesters ausgegeben werden und nur die Abgaben sollen an Deadlines gebunden werden.
- Professoren schaffen es nicht die einheitliche & konsistente Oberfläche der Universität zu verwenden. Der Verwaltungsaufwand steigt damit für den Studenten (wöchentliches Überprüfen der Prüfungstermine und Hausübungsdeadlines auf externen Webseiten). Vermutlich ist es jedoch besser als auf den meisten Universitäten.
- Die Kurse sind teilweise sehr gemixt. Zum Beispiel “Grundlagen der Informatik” spricht viele Aspekte der Informatik an; wie der Titel verrät. Ist auch okay, aber leider gibt es Überschneidungen mit anderen Fächern. Das nervt in dem Moment, wenn man Themen mehrmals hört, aber niemand in die Tiefe des Thema eintaucht. Man vermisst die Herausforderung. “Einführung ist das wissenschaftliche Arbeiten” ist mehr “mache irgendwie in möglichst wenig Zeit” statt den wissenschaftlichen Aspekt zu beleuchten (Notiz: die Vorlesungen waren aber gut). Computermathematik geht leider auch nicht in die Tiefe. Es sagt eher “rtfm” statt auch die Theorie hervorzuheben.
- Softwareentwicklung und das Schreiben guter Software geht wesentlich unter. Paradigmen und Lösungsansätze werden nicht aufgezeigt und jeder Student ist angeregt Probleme irgendwie zu lösen. Allerdings möchte ich erwähnen, dass es zu diesen Themen vielleicht später entsprechende Veranstaltungen gibt; schließlich bringt das 1. Semester erstmal alle Studenten auf ein einheitliches Niveau.
- Die Unterschiede zwischen Tutoren sucken.
- Eine offene Frage bleibt: Hat ein Tutor die Note deiner Studienrichtung anzupassen? (ich bin stark auf der Seite “Nein” und spreche damit gegen die Masse)
- Die meisten Dinge (die du zuvor noch nicht gekannt hast), werden auf einem sehr hohen Niveau erklärt. Ich habe überhaupt kein Problem mit vor-universitären Voraussetzungen, aber einfache Dinge werden oft möglichst komplex dargestellt, sodass “Fremde” auf diesem Gebiet gar keine Chance haben, Zugang zu diesem Thema zu finden.
- Fehler in Angaben sind gängig und nerven.
- Für die Hälfte der Lehrveranstaltungen bekommst du bessere Noten, wenn du alte Tests auswendig lernst als wenn du versuchst, die Dinge wirklich umsetzbar zu verstehen.
- Für manche Dinge ist man komplett auf sich alleine gestellt. Die Ausarbeitung des Thema für “Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten” als Beispiel. Auf der anderen Seite muss man für kleine, dumme Aufgaben gemeinsam arbeiten (C Programmierung, Probleme aus den Themen RegEx, Datenbanken oder Logik gemeinsam lösen). Die Differenzen halte ich für sehr extrem.
- Teil einer Prüfung: Nennen Sie alle Lehrveranstaltungen aus dem Themenbereich Mathematik, die sie im Zuge ihres Studiums besuchen werden. Der wissensrelevante bzw. praxisbezogene Teil dieser Aufgabe ist mir bisher noch nicht klar.
- Teil einer Prüfung: Die Frage “May you use images under Public Domain at your homepage?” ist mehrdeutig und kann nicht beantwortet werden (Ö hat kein Public Domain, Public Domain lässt sich nicht als gemeinfrei übersetzen).
Die Vorteile?
- Da sind einige wirklich coole Typen draußen
- Die Infrastruktur auf der Universität ist ziemlich gut
- Newsgroup als Kommunikationswerkzeug *rockt*
- Du setzt dich wirklich mit vielen technischen Dingen und Werkzeugen auseinander; was *rockt* (im Vergleich zur Schule
)
Was mir auffällt im Vergleich zu Hagenberg:
Skripten kaufen? Oh mann… Das ist echt schlimm. Wir hatten zwar gar keine, aber die Folien kann man immer downloaden, wenn man inskribiert ist.
Es gibt bei uns nur ein Moodle. Glaub ich hab überhaupt nur 2 externe Websites von Professoren gesehen, und die musste man nur wenige Male nutzen.
Logischerweise war es auch bei uns ein deutlicher Vorteil, sich schon vorher mit der Materie befasst zu haben, gerade in der Praxis. So kann man auch besser die Relevanz neuer Dinge in der Praxis einschätzen und erkennt gleich, ob man sich das merken sollte.
Fehler in Angaben hatten wir auch, fand ich nicht so schlimm, ist aber gerade für Anfänger unnötig verwirrend.
Ich fands auch besonders toll, mit vielen Leuten zu tun zu haben, die auch gerne u.a. programmieren
Danke für die Erläuterung der Unterschiede
@materie: Absolut! Ist bei uns nichts anders und als Faktum kann man sagen, dass man überhaupt manchen Vorlesungen nur folgen kann, wenn man über das entsprechende Vorwissen verfügt, weil man sich nur in diesem Fall mit den detailierten Fragen auseinander setzen kann und nicht mehr mit Grundsatzfragen wie “Wozu brauche ich dies?”.
@programmieren: Ja, oftmals passiert leider das Gegenteil (es findet sich eine Menge an Leute, die kritisch gegenüber dem Programmieren stehen und gegen den Professor arbeiten). Aber daies kann ich von hier auch nicht berichten, was mich für dich und mich freut