Wir könnten nicht ohne…

August 12th, 2010

Auf der Dienststelle jetzt groß ausgehängt, ist der Artikel aus dem Standard vom 01. August 2010. Gelb markiert ist der erste Satz:

“Natürlich ginge es auch ohne Freiwillige. Aber im Rettungsdienst sind 50 Prozent der Beteiligten Freiwillige, und wir sind der Meinung, dass das auch weiter so sein soll”.

Drunter steht der Satz “Wie bitte” gefolgt von drei Fragezeichen (Wortlaut ist zumindest ähnlich) und unterzeichnet vom Bezirkstellenleiter. Weiters folgt die Frage “Oder wie seht ihr das?”. Meine Sichtweise:

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber wenn ich (als ehrenamtlicher Mitarbeiter) höre, dass der Betrieb ohne uns/mich nicht funktionieren kann, stimmt mich das höchst depressiv / nachdenklich. Ich setze mich einmal in der Woche in den Rettungswagen und führe kranke Leute durch die Gegend (manchmal auch ins Krankenhaus). Etwa 3mal die Woche werde ich angerufen, ob ich diesen und jenen Dienst übernehmen könnte. Während mein beruflicher Kollege mit etwa 100 Euro aus der 12-Stunden-Schicht austritt, verzichte ich darauf und gebe mich mit 2 symbolischen Euros zufrieden. Das ist natürlich nicht der Kritikpunkt, sonst hätte ich mich nicht der Freiwilligkeit verpflichtet. Sondern es stimmt mich nachdenklich, dass ich infrage stellen muss, wie dieser “Konzern” arbeitet. Ich setze mich ins Auto, um den Konzern zu unterstützen. Ich hoffe durch die ersparten 98 Euro kann die Kassa etwas aufgebessert werden und Geld für neue medizinische Geräte bereitgestellt werden oder Erste-Hilfe-Kurse wieder gratis angeboten werden. Ich erhoffe mir dadurch dem Konzern unter die Arme zu greifen und ihm die wirtschaftliche Last zu nehmen, um seine 7 Ideale verwirklichen zu können (die im Gegensatz zum wirtschaftlichen Kapitalismus stehen nach dem er arbeiten muss). Doch was muss ich hören? Gäbe es uns freiwillige Mitarbeiter nicht, gäbe es den Konzern gar nicht. Es ist so als wären die 98 Euro fix für das geringe Gehalt von dem Zivildiener verplant, der rechtlich fragwürdige Arbeit leisten muss. Dies stimmt mich höchst nachdenklich. Welch wirtschaftlich ineffiziente Arbeit ist noch akzeptabel? Wie weit darf Geld veruntreuut werden? Wohin fließt das Geld der Krankenkassen? Wenn dem Dargelegtem wirklich so ist, dann sehe ich meine Position als widersprüchlich mit den Idealen selbst und kann diese nicht mehr im Sinne der Gemeinschaft vertreten.

Stellt euch vor Software und Betriebsysteme könnten nur dadurch bereitgestellt werden, dass jeder Programmierer für die Freiwilligkeit programmiert. Für Outsider sei gesagt, dass es im Sinne der freien Softwarelizenz-Modelle zum Vielfachen passiert (Linux hat diesen Hype damals groß ausgelöst). Programmierer schreiben Code um sich fortzubilden, die technischen Entwicklungen voranzutreiben und durch die Eigenwerbung auch eventuell auf eine Arbeit sehen zu können. Die Software selbst bildet nur ein Abfallprodukt von diesem Prozess. Analog ist es mit der Freiwilligkeit beim RK: Ich arbeite freiwillig, um mich fortzubilden, unser Gesundheitssystem zu unterstützen und eventuell bekomme ich auch einmal eine Arbeitsmöglichkeit bei Bedarf. Wenn jedoch “das Abfallprodukt” schamlos ausgenutzt wird und der Entwickler / Arbeiter selbst in den Hintergrund tritt, bleibt es einem in der Softwareentwicklung nur übrig das Lizenzmodell zu wechseln und im RL aus dem Konzern auszutreten. Ja, tut mir leid alte hierarchisch strukturierten Großkonzerne, dass es sich hierbei um “neue” Gesellschaftsmodelle handelt, die ihr scheinbar noch nicht versteht und auszubeuten versucht. Aber auf Dauer werdet ihr es auch verstehen, dass wirtschaftlichen Diskrepanzen begegnet werden muss. In der Softwareindustrie scheint mir der Prozess schon (natürlich bedingt) weit entwickelt zu sein. In der realen Welt sehe ich noch große Defizite. Ich stelle in Frage, ob diese 80er-retro-apokalyptische Vorstellung “die virtuelle Welt wird kollabieren” nicht in ihrem Gegenteil (reale Welt) auftreten wird (im wirtschaftlichen Bereich).

Übrigens sehe ich diesen Blogeintrag nicht im Widerspruch mit der neuen Social Media Policy des RKs. Ich bin wohl “durch die Feedbackkanäle auf alle verschiedenen Anspruchsgruppen unserer Organisation” eingegangen, doch dieser Blogeintrag untersteht wohl keinem “Copyright” (siehe SMP). Jedoch dem Urheberrecht und der CC Attribution-ShareAlike 3.0 Austria. Tut mir leid, dass ich so viele versteckte Anspielungen machen musste, doch wer sich Gedanken über Wirtschaft und unseren Lebensstil gemacht hat, wird diese Probleme sehen und auch die erwähnten Lösungsansätze neugierig verfolgen. 90% der freiwilligen Mitarbeiter hören es wohl gerne, dass sie “unersetzbar” für den Konzern sind. Tut mir leid, dass ich wieder aus der Masse heraussteche.

Siehe auch: Zivildienst – mein Erlebnis (PDF)

Liebe Leute…

August 1st, 2010

Kommentar einer Patientin: “Ich wusste ja gar nicht, dass die jungen Leute so nett sein können”
Kommentar einer Passagierin: “Ja, der Wörthersee ist wunderschön, aber die Jugend möchte immer Urlaub woanders machen”

Liebe Leute, bitte erzeugt nicht Probleme, wo keine sind. Wieso sollte alles Neue/Junge schlecht sein und auf wen sind bitte Reiseunternehmen ausgerichtet? Die Schüler/Studenten fahren mit den Eltern, die Eltern mit kleinen Kindern organisieren am liebsten alles selbst und die Pensionisten fahren am liebsten weit weg, wo sie ihre Ruhe haben und sich um nichts kümmern müssen. Die Ersteren fahren dorthin, wo es ihnen vorgegeben wird. Die Zweiten bleiben möglichst nahe in der Heimat (sofern es kulturell möglich ist). Die Generationsprobleme sind IMHO zum Großteil nicht existent. Bitte macht die Augen auf. Erst dann beurteilt die Welt. Das erspart mir manch unliebsame Smalltalk-Diskussion, in der ich den Kontrapunkt spielen muss. Danke.

Toleranz.

November 25th, 2009

Muss ein toleranter Mensch tolerant gegenüber Intoleranz sein?

Die große Frage

March 25th, 2009

Kann man die ganze Musikgeschichte auf einem 10×10cm Schummelzettel unterbringen?

Geek werden

March 17th, 2009

  1. Technik. Igitt!
  2. Wieso funktioniert das?
  3. Bin für alles offen. Möchte lernen.
  4. Alternativen probieren und verstehen
  5. Konzepte vergleichen
  6. Meinung bilden
  7. Zur Meinung stehen und Meinungen austauschen

Modern School

March 12th, 2009

Jemand entwirft eine Markup-Sprache, die alle Notationen beinhaltet. Mathematische Formeln, Chemische Formeln, Musiknoten… nebenbei stehen noch standardisierte bildungsorientierte Werkzeuge zur Verfügung (Shell für Verwaltung der Dateien und mathematische Berechnungen, Programme für Periodensysteme, Vektorzeichnungen Mathematik, Konjugationstabellen und Vokabellisten für Sprachen, Karten aller Art für Geographie, Schaltskizzen, Compiler für Programmiersprachen, …). Jeder Schüler hat seinen Laptop und es ist problemlos Inhalte zu tauschen, zu modifizieren und zu kopieren. Könnt ihr euch solch ein Bildungssystem vorstellen. Welche Problematiken wirft es auf? Wo liegen die Vorteile?

PS: Mir ist bekannt, dass bestimmte Betriebsysteme auf dieser Idee entwickelt werden. Ich möchte aber eine idealisierte Sichtweise erzeugen: Stellt euch vor es wäre genau eurem Ideal entsprechend. Wollt ihr solch ein Bildungskonzept?

PS2: Heute habe ich meine D-Schularbeit einmal auf Papier verfasst und sie dann während der Schularbeit in LaTeX geschrieben. Ich komme aber zu dem Fazit: Nicht jeder Lehrer würde dies erlauben.

Billion != billion

March 6th, 2009

Damit niemand – beim Englisch Reden – verwirrt ist:

Menge Deutsch Englisch
106 Million million
109 Milliarde billion
1012 Billion trillion
1015 Billiarde quadrillion
1018 Trillion quintillion
1021 Trilliarde sextillion

Im Deutschen lässt sich der Name von Millionx (Trillion = 1.000.0003) herleiten. Im Englischen leitet sich der Name von Zehntausendx (trillion = 10.0003) ab. Ich bin diesmal unparteiisch und halte beide Ideen für logisch. Vielleicht ist Million als Basis schöner als Zehntausend. Auf jeden Fall nicht verwirren lassen ;-)

Time-Stop.

November 22nd, 2008

Die Zeit einfach anhalten. Alles bleibt stehen. Du hast alle Zeit der Welt Sachen zu erledigen. Du wirst nie hungrig. Du wirst nie müde. Du nimmst dir Zeit; du hast Zeit. Wie oft habe ich schon davon geträumt? Wie würde ich die Zeit nutzen? :-)

Hätte ich die Gelegenheit, würde ich nur ganz bestimmte Sachen. Die Musik-HÜ für morgen zählt nicht dazu. Stattdessen würde ich ein paar mehr python-Module kennen lernen. Ein Spezialthema (bevorzugt M-Info fächerübergreifend) würde ich fertig erarbeiten. Den vim beherrschen und ein paar Sachen in Linux (unter anderem die zsh) näher kennen lernen. Dann hätte ich noch jede Menge PDFs zu schulischen Themen zu verfassen. Immerhin befinden sich 61 Themen auf meiner Liste. Beginnend beim musikalischen Barock und der psychologischen Auffassung von Stress. Ach, und wo wir gerade bei Textverarbeitung sind: LaTeX besser beherrschen wäre auch cool. Für Projekte sind jede Menge mods und neue Versionen offen. Stelle ich aber nicht so in der Vordergrund.
Wieso Projekte unwichtiger sind als vim/zsh/etc.? Mit einem Tool umgehen zu lernen, ist wesentlich nachhaltiger als ein Projekt, das nach 1-2 Jahren neu programmiert werden muss.

Wie auch immer… man muss sich damit abfinden, dass die Realität anders aussieht. Physikalisch müsste es möglich (auch wenn es nie Realität wird ;-) ). Letztendlich bleibt einem die Erkenntnis, dass man nicht alles im Leben lernen sollte. Vor allem als Schüler hat man eigentlich verdammt viel Zeit und weiß gar nicht, was man später genau machen wird. Alternativen für die, die sich einen Time-Stop wünschen, aber nicht so leicht aussteigen können wie Schüler?

  • Persönlich-individuelle Zeile fallen lassen (ToDo-Listen-Punkte streichen)
  • ToDo-Liste stärker ignorieren – Ansammlung von Arbeiten ignorieren

Cloud Computing

November 19th, 2008

Bei der BRG4-Konferenz war es spannend über Microsoft und Google zu reden. Als Grundlage nahm ich die Spannung zwischen lokalem Arbeiten und den Cloud Computing. Während Microsoft zB mit dem Office-Paket über Jahre führend bei lokalen Anwendungen ist und Google die Büroaufgaben online ermöglicht (zB Google Docs), vermischen sich die Gebiete der beiden Firmen. In welche Richtung die beiden Firmen blicken müssen, ist ungewiss. Nachdem – wie Dirk berichtet – sich Richard Stallmann nun auch gegen Cloud Computing ausspricht und Amazon einen Content Delivery Service anbietet, muss ich das Thema kurz anschneiden.

Cloud Computing bezeichnet die Idee, dass Daten nicht mehr lokal auf der eigenen Festplatte gespeichert werden, sondern einem Anbieter übergeben werden, der dann über ein Netzwerk (meist Internet) erreichbar (meist Webbrowser) ist. Der große Vorteil liegt darin, dass das Austauschen von Daten mit Freunden wesentlich einfacher ist, weil einen Internetzugang hat schließlich der Großteil. Ein weiterer Vorteil ergibt sich durch die Mobilität. Auf die Daten kann von überall zugegriffen werden.

Datenschützer greifen sich auf den Kopf. Server können schnell man Opfer einer Attacke werden und der Austausch der Daten kann wesentlich unbewusster von statten gehen. Auf dem lokalen Rechner sind zwar Dateien auch nicht sicher vor Viren, aber trotzdem noch wesentlich unzugänglicher. Die Rechenleistung der lokalen Computer ist auch ungeteilt und im Internet befindet sich eine weitere Zwischenleitung (Telefonleitung), die die Verfügbarkeit beeinträchtigt.

Ich persönlich schließe mich dem lokalen Speichern und Verarbeiten von Daten an. Solange die technischen Möglichkeiten nicht ausreichend gesichert sind, kann ich jedem nur davon abraten. Moment mal… mit SFTP, einer sauber programmierten Weboberfläche und einem hohen Sicherheitsstandard ist Computer Computing heute schon sehr sicher. Stimmt… leider betrifft das aber nicht den Normalanwender, der noch immer mit FTP seine Homepage auf den Server lädt und seine E-mails unverschlüsselt schickt. Die starke Differenz zwischen lokal und online (sprich: ich überlege bewusst, was ich ins Internet stelle und was Google eventuell finden könnte) ist mir persönlich sehr wichtig. Ich kann jeden verstehen, der seine Daten gerne (wenn überhaupt) nur zentral (an einem Ort) ins Internet stellt. Einer der Gründe für die neue Domain lukas-prokop.at

Unlogisch…

November 17th, 2008

Anti-Alkoholiker Ich verweigere Alkohol
Nicht-Alkoholiker Ich setze mich gegen Alkohol ein

Nicht-Raucher Ich verweigere Zigaretten
Anti-Raucher Ich setze mich gegen das Rauchen ein