Abschied von Sidonie - Erich Hackl (1989)

Aufgabenstellung
Notizen

Der Autor - Erich Hackl

Geboren 1954 in Steyr - dem Spielort von "Abschied von Sidonie", besuchte Erich Hackl in Jugendjahren das örtliche Gymnasium. Danach studierte er Germanistik und Hispanistik (Spanisch) und arbeitete als Deutsch- und Spanischlehrer in Wien. Von 1981 bis 1990 ist er Lektor am Institut für Romanistik an der Uni Wien. Seit 1983 ist ein freier Schriftsteller und 1989 erscheint die Erzählung "Abschied von Sidonie".

Tätigkeiten:

Werke:

Hintergründe zur Auswahl des Titels

Erich Hackl beschäftigt sich stark mit kritischen Texten zum zweiten Weltkrieg. Auch "Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick" behandelt diese Zeit und wie in "Abschied von Sidonie" kommt die zentrale Figur am Ende im KZ Auschwitz um. Der Titel wurde gewählt, weil Sidonie sich zum letzten Mal (im Glauben sie käme zu ihrer leiblichen Mutter) von ihrer Ersatzfamilie verabschieden muss. Der Abschied fällt nicht leicht, wobei (im Gegensatz zur Wahrheit) Hoffnung auf eine bessere Zukunft für Sidonie besteht

"Das Kind ist weggekommen, mit dem letzten Transport nach Auschwitz" (Bürgermeister von Hopfgarten; Kapitel 10)

Welcher Gattung gehört das Werk an?

Die Erzählung behandelt die historischen Hintergründe des Dritten Reichs und erzählt vom Leben der jungen Sidonie Aldersburg/Breirather zwischen 1933 und 1943.

"Ich heiße Sidonie Aldersburg und bin geboren auf der Straße nach Altheim. Bitte um Eltern" (Kapitel 1)

Erscheinungsjahr

Die Erzählung ist 1989 in der ersten Ausgabe erschienen, wobei wir alle die Ausgabe von 1991 gelesen haben.

Einleitung

Erich Hackl beschreibt in seiner Erzählung "Abschied von Sidonie" das Leben der jungen Sidonie Aldersburg-Breirather in den Jahren 1933 bis 1943. Erich Hackl hat sich intensiv mit dem historischen Hintergrund der spanischen und deutschen Geschichte auseinander gesetzt und zeigt auf die Dramatik einer Familie zur Zeit des Nationalsozialismus'. Das Buch erschien 1989 in der ersten Auflage in Zürich und gilt als zweites berühmtes Werk nach "Auroras Anlaß".

Welche Erzählperspektiven wählt der Autor?

Die ganze Geschichte spielt sich im Heimatort des Autors ab. Steyr ist der Geburtsort des Erzählers und zugleich wächst Sidonie in der oberösterreichischen Stadt auf. Am Ende des 1. Kapitels wird ausführlich auf die Zustände des Spielorts eingegangen (22000 Bewohner, Steyr-Werke, Bettel-Freitag). Der Autor hat durchaus einen persönlichen Bezug zu Steyr und den Ereignissen. Die auktoriale Erzählweise berichtet von den Geschehnissen aus der Sicht eines Unbeteiligten, der objektiv berichtet, jedoch trotzdem durch Formulierungen verschiedene Stimmungen erzeugt und bestimmten Szenen besondere Eindruck einverleibt. Die Ereignisse beginnen am 18. August 1933 im Krankenhaus Steyr und enden mit dem Kriegsende nachdem der Vater Hans Breirather versucht über den Bürgermeister von Hopfgarten den Aufenthaltsort von Sidonie herauszufinden. Am Ende des 10. Kapitels werden noch die Todesdaten von Hans und Josefa Breirather berichtet. Jedoch legt der Autor Wert auf das letzte Kapitel, wo er die ganzen Geschehnisse wieder in Frage stellt und Daten auflöst.

"Der Abtransport des Mädchens in ein Vernichtungslager, nennen wird es Auschwitz-Birkenau. Die eintätowierte Nummer, nennen wir sie: Z 6672. Die Erniedrigung. Der Hunger. Die Kälte. Der Tod, sagen wir: weniger Wochen nach der Ankunft" (Kapitel 11)

Fallen Ihnen sprachliche Auffälligkeiten auf? (Textstellen belegen)

Auffallend sind die genauen Orts- und Datumsangaben. Immer wieder erwähnt der Autor die Umgebung, damit die Authenzität der Erzählung unterstrichen wird. Die Ereignisse sind chronologisch geordnet und es werden ganz selten Zeitraffer oder Zeitlupen vorgenommen. Nur manchmal wird die Vergangenheit nacherzählt, um dem Leser die Logik zu den aktuellen Ereignissen näher zu bringen. Als Beispiel sei die Biographie von Hans Breirather am Anfang des 2. Kapitels erwähnt, wo der Autor seine Kindheit nacherzählt (oder Kapitel 4 Nachforschungen um Sidonie oder Kapitel 2 Wartezimmer beim Arzt).

Der Stil des Autors ist prinzipiell sehr schlicht. Er verwendet Wörter, die zur damaligen Zeit verwendet wurden und die zitierten Gespräche der Charaktere sind von einem hochdeutschen Akzent geprägt. Begriffe wie Gendarm wurden nicht modernisiert.

"Und was ist, wenn die Farbe runtergeht?
Wäre auch kein Unglück.
Aber besser gefällt sie mir so.
Mir auch, sagte Josefa." (Kapitel 2)

Durch eine recht hohe Verwendung von persönlichen Fürwörtern, wird an manchen Passagen dessen Stellvertreter unklar. Eine Stelle lässt sich in Kapitel 6 finden. Frau Hinteregger könnte nicken, da sie das Kind firmen lassen möchte und diese Entscheidung unterstützen würde. Josefa könnte nicken, weil sie dem Kind die Firmung empfiehlt und einverstanden wäre. Sidonie dürfte wohl nicht gemeint sein, da sie zu jung für die Bezeichnung "Frau" ist und selbst keinen Entschluss fassen kann, da sie fragend zur Mutter blickt. Wer ist also gemeint: Frau Hinteregger oder Mutter Josefa?

"Willst, dass ich dich firmen lasse? Das Mädchen sag Josefa fragend an. Die Frau nickte" (Kapitel 6)

Fassen Sie den Inhalt zusammen. (Inhaltsangabe)

Im August des Jahres 1933 wird Sidonie Aldersburg vor dem Krankenhaus in Steyr entdeckt, nachdem jemand in der Nacht die Glocke betätigte. Es gestaltet sich schwierig für das Mädchen eine Ziehmutter zu finden. Sie mag von "heimlicher, aber doch lebhafter Schönheit" gesegnet sein, doch eine andere Eigenschaft dürfte Mütter davon abhalten sie aufzunehmen. Sie ist dunkelhäutig; wahrscheinlich eine Zigeunerin. Nachdem sich die Mutter wieder meldet und dann doch wieder die Rücknahme des Kindes verweigert, entschließt sie sich das junge Paar Hans Breirather und Josefa Degenfellner sofort das Kind zu adoptieren. Auch wenn das Kind sofort von ihre anderem Kind Manfred akzeptiert wird, so gestaltet sich das öffentliche Leben mit Sidonie schwer. Der Arzt verweigert es sie zu behandeln und der Bürgermeister hilft nicht bei der Finanzierung des Lebensunterhalts. In der ganzen Kriegssituation wird der Druck auf Hans - der sich den Roten angeschlossen hat - von den Nazis immer größer. Er wird verhaftet. Langsam aber sicher verschwinden unbemerkt alle Zigeuner aus dem Dorf und am 9. März 1943 erhält Josefa ein Schreiben, wonach die leiblichen Eltern von Sidonie angeblich gefunden worden sind. Nachdem sich alle Dorfangehörigen für die Rückkehr von Sidonie zu ihren leiblichen Eltern ausgesprochen haben, fährt Sidi mit dem Zug Richtung Auschwitz.

Beschreiben Sie den Charakter des Vaters (Hans; Charakteristik)

Hans Breirather ist über 30 jährige Vater der kleinen Sidi und seit Juni 1928 mit Josefa Degenfellner verheiratet. Ursprünglich stammt Hans aus ärmlichen Verhältnisse, jedoch bessert sich diese Situation auch nicht in der Kriegszeit. Er ist dem politischen Druck der Nazis ausgeliefert. Als Sozialdemokrat muss er Hausdurchsuchungen der Polizei über sich ergehen lassen bis ihm eines Tages alle Waffen abgenommen werden.

Doch er ist genauso wie seine Frau für die Familie engagiert. Am Ende des 2. Kapitels versichert Hans Josefa Sidi über die Runden zu bringen. Bei seiner Verhaftung in Kapitel 3 wehrt er sich heftigst, um so bald als möglich zu seiner Familie zurückzukehren. Im Gefängnis heiratet er Josefa, die mit der Situation jedoch nicht klar kommt. Als die - 4 Monate ältere als Sidonie - Hilde zu der Familie hinzukommt, so ist es für ihn schwierig damit klar zu kommt, dass Hilde eine Phobie vor Männern hat, jedoch gewöhnt sich Hilde bald an Hans und die Situation entspannt sich. Als Hans im 7. Kapitel durch den Schnee stapft, wird er von Petrak verfolgt. Petrak hält die Situation mit Sidonie für auswegslos und ist der Meinung, dass die Auslieferung von Sidonie an die Polizei unausweichlich ist. "Ist doch nur eine Zigeunerin", bemerkt Petrak. Kurz darauf liegt er nasenblutend am Boden, nachdem Hans auf ihn einschlug. Durch diese Aktion wird klar symbolisiert, dass Sidi für Hans "nicht nur eine Zigeuerin" ist und sie als Kind vollständig anerkennt. Vor der Auslieferung kämpft Hans noch für den weiteren Verbleib von Sidi. Er versucht die Auslieferung bis nach Schulende hinauszuzögern, er ist bereit auf das Pflegegeld zu verzichten bzw. es zurückzuzahlen. Kleinlaut bietet er auch an Sidonie sterlisieren zu lassen. Er gibt alles, um Sidonie nicht zu verlieren auch wenn er sie letztendlich verlassen muss.

Beschreiben Sie den Charakter von Sidonie (Charakteristik)

Sidonie ist eine junge Zigeunerin und zentrale Figur der Erzählung. Über 10 Jahre wird ihr Leben biographisch nacherzählt. Es beginnt mit ihrer Auffindung vor dem Steyrer Krankenhaus. Sie scheint hilflos zu sein. Über die Zustände bei ihrer leiblichen Mutter werden keine Tatsachen verraten. Sie ist jedoch noch sehr jung und hat keine Entscheidungsgewalt darüber, wie ihr geschieht. Anna Aldersburg gibt an, sie sei ihre Mutter und musste das Kind leider weggeben, da sie nicht für die Kleine aufkommen könnte. Als sie das zweite Mal anruft gibt die Mutter sie sei erkrankt und der Sidonies Vater nenne sich Robert Larg; ein Pferdehändler. Sidonie ist ebenfalls krank. Sie leidet an der englischen Krankheit, die durch eine mangelhafte Verkalkung des Knochengewebes gekennzeichnet ist. Ihre Beine sind nach außen hin gekrümmt und ihre Gelenke an Beinen und Armen sind verdickt. Der Arzt empfiehlt dem Kind vitaminreiche Kost und viel Sonnenlicht. Als Sidi von Hans und Josefa aufgenommen wird, reagiert Manfred (das andere Kind) zuerst verwirrt. Er weiß nicht, wie er mit der Schwarzen umgehen soll und in welchem Verhältnis er zu ihr steht.

Doch Sidi wird sehr umsorglich von der Familie aufgenommen und Josefa wie auch Hans bemühen sich um das Kind. Es entstehen auch keine Probleme als die 4 Monate ältere Hilde zur Familie hinzukommt. Das Magistrat sieht keine Notwendigkeit in der Auslieferung von Sidonie an das Jugendamt ("Das Kind ist gut aufgehoben"). Als Sidonie nach ihrer Vergangenheit fragt, erzählen die Eltern unterschiedliche Geschichten.

In der Schule ist Sidonie übereifrig und weiß nicht mit dem Lehrer-Schüler-Verhältnis umzugehen. Anfangs zeigt sie ständig auf, um die Aufmerksamkeit des Lehrers zu gewinnen. Als die Lehrerin sie jedoch zurückweißt, wird Sidonie jedoch nachdenklich. In der Schule sind an Sidonie legasthenische Merkmale zu entdecken. Sie interpretiert die Welt künstlerisch und verdreht Zahlen. Lehrerin Schönauer empfiehlt den Lehrer sich mehr um Sidonie zu kümmern. Als die Schüler eine Geschichte über ihre Herkunft schreiben müssen, zweifeln sie Sidonies Geschichte an. Sie wird wegen ihrer Hautfarbe ausgebuht. Doch Sidonie war bei den Menschen nicht nur unbeliebt. Einige akzeptierten ihre Hautfarbe. So zB der Bürgermeister Eder.

"Aber das Mädchen war ihnen vertraut, noch störte es nicht"

Als Josefa das Schreiben des Steyr'schen Magistrats ereilt, wird Sidi im Stich gelassen. Alle unterstützen ihre Auslieferung, wobei einige Personen (zB Bürgermeister Eder) den wahren Hintergrund kennen. Nur ihre Eltern sind bereit sie weiterhin zu unterstützen und sind bereit zu gewalttätigen Mitteln zu greifen, wenn jemand Sidonie als Zigeunerin beschimpft. Sie selbst akzeptiert ihre Position und entgegnet nur sanfte Worte, wenn jemand sie beschimpft.

Der Abschied am Ende fällt ihr schwer. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sidonie nichts anderes zu tun wusste als nach Befehl zu agieren. Wie sollte sie sich dagegen wehren? Sollte sie sich überhaupt wehren? Sollte sie sich nicht auf die leibliche Mutter freuen?

Was will der Autor damit zum Ausdruck bringen, worauf will er hinweisen?

Hier endet die Geschichte und fängt sie wieder an

Ich denke hiermit wollte der Autor auf das Schicksal von mehreren Kindern hinweisen. Es war nicht nur Sidonie, die in der nationalsozialistischen Zeit durch die Rassenverfolgung ums Leben kam. Hundertausende Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer starben in Gaskammern oder durch die erschöpfende Arbeit in den Konzentrationslagern. Zu dieser Zeit wurden zugleich Frauen angewiesen möglichst viele Kinder zu bekommen, damit der Nationalsozialismus dem wirtschaftlichen Aufschwung nachkommen konnte und umgekehrt empfahlen Kritiker die Kinderzeugung, damit weiterhin genügend Aufständische gegen die Nazis kämpfen würden. Während massenweise Kinder in KZs umkamen, wurden zahlreiche geboren. Damit entstand ein Zyklus auf den der Autor deutet.

Was ist das zentrale Thema des Werkes?

Es lassen sich verschiedene Themen feststellen. Sidonie gehörte bezüglich ihrer Rasse zu einer Randgruppe und war damit mit Problemen konfrontiert. Hans kämpfte als Sozialdemokrat gegen den Nationalsozialismus. Für Josefa gestaltete sich das familiäre System im 2. Weltkrieg sehr schwer. Doch im Vordergrund steht glaube ich Sidonie und ihr Schicksal.

Sidonie wurde als Zigeunerin als geboren und musste als solche sterben. Es war ihr Schicksal, welches sie nicht wählen konnte. Sie hatte keine Einfluss auf die Entscheidungen der Nationalsozialisten und eine einzelne Person kann nichts gegen den Gruppenzwang ausrichten.

Welche allgemein gültige Aussagen haben sie gefunden?

(Aufgabenstellung unklar. Ich habe einmal "allgemein gültige Aussagen" herausgeschrieben, die wesentlich die Situation der Sidonie beschreiben)

"Aber das Mädchen war ihnen vertraut, noch störte es nicht"

"Ich bitt Sie, helfen Sie uns! ... Wenn Sie ein Kind hätten!"

"ist doch nur eine Zigeunerin"

"Pflegeeltern hängen mit überschwenglicher Liebe an dem Kind und läßt dies die Minderjährige nicht ganz unbenutzt"

"Das Mädel zeigt jetzt Aufmerksamkeit und Arbeitsfreude, lernt aber nicht leicht und fängt auch gleich zu weinen an, wenn sich Hinternisse ihr entgegenstellen. Schwierigkeiten bereitet dem Mädel das Rechnen, da es an der Zahlenauffassung fehlt. Das Mädchen ist ängstlich, empfindlich, leicht gekränkt, mitunter etwas ungestüm, wenn es das Gewünschte nicht erreicht. Das Lehrkraft gegenüber ist es etwas scheu und geht scheinbar auf alles ein. Bei schlechter Benotung ist es empfindlich, ist ehrgeizig. Das Mädel ist bei den Pflegeeltern in guter Pflege und Lernbeaufsichtigung, doch wäre mehr Strenge nötig."

"Ich finde es ganz in Ordnung, wenn das Kind zu seiner Mutter kommt und befürworte dies auf jederzeit"

"Sie sei nicht an Typhus - an der Kränkung ist sie gestorben"

Welche Absicht verfolgt der Autor damit?

Auffällig sind die zahlreichen Angaben zu Zeit und Ort. Es werden möglichst viele Informationen zur Handlung gegeben um den Bezug zur Wirklichkeit stets deutlich zu machen. Der Leser soll wissen, dass es sich nicht um eine erfundene Geschichte handelt. Im Gegensatz zu diesen Angaben steht der Mangel an zusätzlichen Erklärungen. Ein gewisses Hintergrundwissen (Zeit des Nationalsozialismus) muss beim Leser als vorhanden sein. Welche Absicht verfolgt der Autor damit? (Erörterung)

Der Autor gibt an zahlreichen Stellen Ort und Zeit des Geschehens an. Wir wissen, dass die Erzählung in Steyr spielt, wir kennen den politischen und historischen Hintergrund der Stadt und wir wissen auch, dass die Erzählung zwischen 1933 und 1943 spielt. Der Autor erklärt jedoch keine politische Hintergedanken, welche Hans als Anhänger der Sozialdemokraten vertritt und auch die Vorgehensweise der Nazis wird nicht näher beschrieben. Welche Absicht hat der Autor mit dieser Enthaltsamkeit?

Durch das Verlangen von historischem Hintergrundwissen grenzt der Autor automatisch auch die Zielgruppe ein. Nur wer den Hintergrund von Konzentrationslagern kennt, wird auch den Tod von Sidonie verstehen. Deshalb werden als Lesergruppe Personen angesprochen, die sich intensiver mit der Vergangenheit beschäftigt haben und die Dramatik auch nachfühlen können. Zugleich bedeutet dies für das Werk, dass es nicht mehr zur Popularliteratur zählen kann, weil es nicht die breite Masse ansprechen möchte.

Durch die genauen Angaben erzeugt der Autor eine hohe Authenzität in der Erzählung. Laut Wikipedia beruhen die Ereignisse auf einer wahren Begebenheit und Erich Hackl hat in Kleinarbeit genaue Recherche betrieben. Es ist dann durchaus verständlich, dass er sämtliche Informationen zusammengetragen in die Erzählung eingebaut hat.

(Erörterung ist etwas kurz, weil Ideenlosigkeit besteht und das ganze sonst zu zu vielen Spekulationen führt)

Ihre persönliche Stellungnahme zu diesem Werk

Mir hat das Werk sehr gut gefallen. Es ist mir gelungen es sehr fließend in kurzer Zeit durchlesen, was sich auch als notwendig erwies, da nur so die schwierige Situation für Sidonie nachempfunden werden kann. Ich kann mir eine Situation des Nationalsozialismus gut vor Augen führen, wenn ich an den Gruppenzwang und die Notlage der Bürger denke.

Jedoch hat das Buch eine wesentliche emotionale Wende erreicht als über die Vorbereitung für die Abreise von Sidonie geredet wurde. Die kleine Sidi freut sich auf das Treffen mit der Mutter. Sie packt ihren Teddybären ein und richtet sich schön her. Das Ende konnte ich mir schon vorher denken und ab dem ungefähr 4-5. Kapitel kannte ich es aus Wikipedia. Auf jeden Fall war es hart über die Freude der Sidonie zu lesen und zugleich den Ausgang der Erzählung zu kennen.

Letztendlich hat mir noch das letzte Kapitel sehr gefallen, wo der Autor wieder alle bisherigen Tatsachen auflöst und in Frage stellt. Sidonie sei gar nicht gestorben und lebt weiter. Oder sie ist an Typhus gestorben. Woher denn auch? Im KZ Auschwitz wurden keine Aufzeichnungen geführt.

"Sie sei nicht an Typhus - an der Kränkung ist sie gestorben"

Autor: Lukas Prokop
Schulfach: Deutsch
Datum: 08.12.08
Länge: ungefähr 2500 Wörter